Zur eigenen Sache machen | Landschaften

24. September 2026 - 1. November 2026  00:00 Uhr

24. September bis 1. November 2026

Zur eigenen Sache machen
Landschaften: Wahrnehmung & Wandel

LPG Worin – Ausgepflügte Granate 1960©Deutsche Fotothek/Richard Peter jun.;
Solarpark – Solarkraftwerk und Photovoltaikanlage in Neuhardenberg©euroluftbild.de/Robert Grahn

Mit Arbeiten von Swen Bernitz, Robert Grahn, Lorenz Kienzle, Volkmar Köhler, Manfred Neumann, Richard Peter, Heike Zappe

Künstlerische Positionen bei der Darstellung von Landschaft schaffen Sichtweisen, die die in Szene gesetzte Kulturlandschaft/Landschaft/Natur in ihrer jeweils spezifischen Lesart zeigt und zur Auseinandersetzung mit der eigenen Erwartungshaltung auffordert und bestenfalls provoziert. Die in Bildern, Texten, Tabellen, Übersichten erfasste und dokumentierte Landschaft hingegen konstruiert eine scheinbar nicht hinterfragbare Realität.

An dieser Schnittstelle zwischen der dokumentarischen und der eher künstlerischen Erfassung sucht die Ausstellung soziologisch-historische und planerischen Zugänge von Landschaft. Der Schweizer Soziologe und Spaziergangswissenschaftler Lucius Burckhardt war Zeit seines Lebens auf der Suche, nach dem „Dazwischen“. In seinen Aufsätzen taucht immer wieder die Forderung nach einer zusammenhängenden Wahrnehmung und Interpretation unserer Umwelt und ihrer Geschichte auf. Seine Kritik setzt an den Stellen ein, wo Zusammenhänge in Wissenschaft und Praxis gekappt werden.

Die Überlegungen Lucius Burckhardts, ergänzt um sehr unterschiedliche literarische, historische und philosophische Textfragmente bilden das Gerüst für die Verbindung der oben kurz skizzierten Ansätze. Die Textauszüge sollen die gezeigten Bilder um diese theoretische, aber sehr lebensnahe Ebene weiten.

Alle gezeigten Bilder zeigen Landschaft nicht im herkömmlichen, klassischen Sinne. Verbindend in der Darstellung sind Brüche, Eingriffe, Veränderungen bis zur Zerstörung. Sei es durch Agrarindustrie und deren Folgen, Kriege, demografischen Wandel, Globalisierung, Technisierung, veränderte Stadt-Land-Beziehungen… Dabei geht es letztlich auch um die individuelle Aneignung von Landschaft, um Identitäten und den Austausch darüber im Sozialen und politischen Praktiken. Also verkürzt gesagt, darum, Landschaft wahrzunehmen und zur eigenen Sache zu machen.

Mehr zu Lucius Burckhardt erfahren Sie in einem dreiteiligen Feature des Deutschlandfunks aus dem Jahr 2019. Hier geht es zur Sendung.

Mit freundlicher Unterstützung der Lucius und Annemarie Burckhardt Stiftung, Basel.

Vernissage am 24. September 2026, 19 Uhr
Mit einführenden und aufmunternden Worten von Professor Martin Schmitz (Kunsthochschule Kassel).

Finissage am 1. November 2026, 16 Uhr mit einem ganz besonderen Erlebnis.
Plant Music by Human Echo
Wenn Pflanzen hörbar werden…
Andreas Krause und Wolfgang Kuhn machen bioelektrische Signale lebender Pflanzen hörbar und verknüpfen sie mit Ambient-Musik zu einer einzigartigen Klangreise. So entsteht eine meditative Atmosphäre, die zum Entschleunigen, Zuhören und Staunen einlädt. Ein besonderes Erlebnis an der Schnittstelle von Natur, Musik und Kunst.

Öffnungszeiten: 
Montag, Donnerstag und Freitag 10-16 Uhr
Dienstag 13-18 Uhr

Während der Mittagspause
zwischen 12.30 bis 13 Uhr
ist die Kirche geschlossen.

Sonntag 13-17 Uhr
sowie nach Vereinbarung
Eintritt frei