Buchvorstellung: Handwerk Ost
Von den „Meistern des Mangels“ zu den Hoffnungsträgern der Marktwirtschaft

Wirtschaft in der DDR – das waren nicht nur die volkseigenen Kombinate, HO-Geschäfte und Genossenschaften, sondern auch eine Vielzahl kleiner privater Handwerksbetriebe, die in der Mangelwirtschaft Reparaturen, Dienstleistungen und Waren anboten. Als letzte Überreste privaten Wirtschaftens wurden sie nach dem Fall der Mauer unversehens zu Hoffnungsträgern der Transformation. Trotz enormer Risiken behaupteten sich erstaunlich viele von ihnen in der Marktwirtschaft. Eine Welle von Neugründungen und die Abwicklung der großen VEBs hatten zur Folge, dass in den frühen 1990er Jahren mehr Ostdeutsche im Handwerk arbeiteten als in der Industrie. Eine „oft übersehene Erfolgsgeschichte“.
Die Autoren zeigen detailliert auf, wie Handwerker die systembedingten Schwächen der Planwirtschaft durch Tauschgeschäfte abfederten und nach der Wende trotz ungewohnter Marktrisiken zu Stabilitätsankern wurden.
Buchvorstellung und Diskussion mit den Autor*innen Alexia Pooth & Thomas Schaarschmidt sowie Fritz Georg Streichert (Glasermeister und jetzt Bürgermeister von Müncheberg)
Moderation: Christian Raschke
Eintritt frei, Spenden erwünscht